Shangri-La International School - Einleitung
Mit dem Bau der Shangri-La International School (November 2001 - April 2002) erweitern wir unser Wirken über den karitativen Aspekt des Waisenhauses hinaus hin zu einem nachhaltigen entwicklungspolitischen Agieren im nepalesischen Bildungssektor für eine fundierte Schulbildung von 500 Kindern und die finanzielle Absicherung des Waisenhauses.
Im August 2001 kauften wir zu diesem Zweck 6000 m² Land in idealer Lage zwischen dem Waisenhaus in Neopane und dem Hauptort (mit Busverbindung) Chapagaon (
GoogleMap). Neben dem Landstück befinden sich 8000 m² staatlichen Landes, die uns vom örtlichen VDC kostenfrei überlassen bzw. für 50 Jahre vermietet werden. Hierzu wurde ein 10 Jahresplan aufgestellt, um den Vertretern der Region die Hilfsmassnahmen in Nepal offenzulegen, und die Entscheidung zu unterstützen.
In einem persönlichen Gespräch bestätigte uns Ex-Premierminister Dheuba die Sinnhaftigkeit des Gesamtkonzeptes und sicherte uns die volle Unterstützung zur Umsetzung dieses Vorhabens zu. Dheuba entstammt selbst den ärmsten Regionen Westnepals und begleitete unser Schulprojekte hier stetig. Entgegen der von ihm geführten Kongresspartei arbeitete Dheuba derzeit an einer Bodenreform zur Begünstigung Armer, Kastenloser und Frauen, im Rahmen der Dialoge mit den Maoisten.
Wohl mehr als sonderbar wird sich die Gefühlslage eines Dorfbewohner Chapagaons sein, wenn er seit 6 Monaten erstmals wieder in das Tal Ratomates hinabläuft. Wo im November noch weit und breit sich im Winde dahinwiegende Reisterassen standen, steht nach nur fünfeinhalb Monaten Bauzeit nun die - bereits von 450 Kindern besuchte - Shangri-La International School.
Unvorstellbar vor allem daher, weil ein Bau dieser Grösse mit 1200 m² Nutzfläche hierzulande 24 Monate in Anspruch nimmt. Bedingt durch den Ausnahmezustand, steigende Preise der Baumaterialien und die Unfähigkeit des nepalesischen Bauunternehmers, sowie die typische Boli-Boli (Morgen-Morgen) Mentalität waren die 6 Monate ein echter Psychoterror und ein Rennen gegen die Zeit. Galt es doch, nicht nur das ehedem schon fast unmögliche Bauvorhaben abzuschliessen, sondern aus 300 Lehrern die besten herauszufinden, das pädagogische Konzept, Managementstrukturen, das vierwöchige Lehrertraining, die Einrichtung und vieles andere zu planen. Trotz dieser schwierigen Umstände ist es geglückt, die Schule zum 15.April 2002 zu eröffnen und im darauf folgenden Monat dann vollständig fertigzustellen.
Nächste Schritte sind die Dränagierung (Entwässerung) des Landes, die Befestigung der Hänge und der Ausbau der im Monsun unpassablen Strasse.
Der Bau des separaten Kindergartens und einer Töpferwerkstätte erfolgt Anfang nächsten Jahres und wir dann sowohl den Kleinen ausreichend Platz zum Austoben, als auch allen SchülerInnen Raum für kreative handwerkliche Arbeit geben. Nach den Bauarbeiten der letzten sechs Monate ist es bewegend den Schulalltag zu verfolgen. 450 Kinder in rotblauen Schuluniformen glücklich umherspringen zu sehen und zu wissen, dass einige von ihnen die Chance auf Bildung und Erlangung von Fähigkeiten in die nepalesische Gesellschaft mitnehmen und dort weitertragen werden. Jeder auf seine Weise, jeder mit seiner individuellen Eigenheit, jeder in seinem sozialen Umfeld.
Amor es vida - Liebe ist Leben.
Ein dickes Dankeschön an alle die, die sich an dieser 'Mission Impossible' getauften Aufgabe und deren Realisierung beteiligt haben. Dankeschön für das Vertrauen, das uns wieder einmal die Stärke gab diesen Schritt zu gehen!